Mittwoch, 20. April 2016

Karin Lindberg im Interview


Interview mit Karin Lindberg Magst du dich mal kurz vorstellen?
Karin Lindberg ist mein Pseudonym, ich wohne mit meiner Familie in einem kleinen Dorf in der Nähe von Lüneburg, bin Jahrgang 1979 und komme ursprünglich aus Süddeutschland. Gemeinsam haben wir fünf Kinder, von denen einige schon alte genug sind, um nicht mehr bei uns zu wohnen. Trotzdem sehen wir uns alle sehr häufig und es geht oft turbulent und lustig bei uns zu. 
 
Wie hast du die liebe zum Schreiben entdeckt ? 
Zunächst war da meine blühende Phantasie und gleichzeitig die Liebe zu Büchern. Ich bin eine absolute Leseratte, war ich schon immer. Zudem ist mein Leben sehr abwechslungsreich, ich erlebe viel, reise viel und da lag es irgendwann nahe, dass ich mich selbst mal an einem Buch versuche …

Als du angefangen hast zu schreiben war dir da schon klar „ Ich möchte Autorin werden „ ?
Ich habe geschrieben, weil es mir wahnsinnig viel Spaß gemacht hat. Mein erstes Manuskript wird für immer in den Tiefen meiner Computerdateien verborgen bleiben, aber mit diesem ersten Versuch wurde mir klar: ja, das könnte was für mich sein. Dass ich mit dem Schreiben mal so erfolgreich werden würde, war mir zu diesem Zeitpunkt jedoch noch nicht klar.

Hast du dein erstes Buch über eine Verlag Veröffentlicht oder als Self Publisher ?
  Ich habe meine Bücher ausschließlich im Selbstverlag veröffentlicht.

Verrätst du uns wer deine Wunderschönen Cover Designt ?
 Einge junge Illustratorin, Vivien Stennulat.

Woher nimmst du die Inspiration für deine Bücher? Deine Protagonisten sind sie alle erfunden ?
Alle meine Protas sind von mir „gebastelt“, keine echte Person ist in meinen Büchern beschrieben. Erfundene Protas sind irgendwie viel einfacher dreidimensional zu beschreiben, weil ICH in ihren Köpfen stecke und ich nicht denken muss „was würde er/sie in echt tun/denken“. Trotzdem muss es natürlich plausibel und logisch sein, das ist klar. Meine Inspirationen entnehme ich dagegen aus dem täglich Leben, auf Reisen sehe ich viele Orte und Plätze, die werden dann zu den Schauplätzen meiner Romane. Wenn ich einen Ort habe, dann stricke ich die Geschichte darum, ich schreibe das, was ich als Leser lesen will, wenn ich mir ein Buch kaufe.

Oder verwendest du auch Charaktere aus deinem Umfeld?
Nein, das würde ich den Personen aus meinem Umfeld gegenüber unfair finden, denn nicht immer sind die Reaktionen meiner Protas „nett“ oder „schön“. Ich erfinde meine Charaktere lieber selbst, dann machen sie auch genau das, was ich von ihnen will
Verrätst du uns deinen Alltag? Morgens erstmal Frühstück mit der Familie, dann Kinder in den Kiga, mit dem Hund spazieren, und dann ab an den Schreibtisch. Dazwischen immer mal wieder eine kleine Pause in der ich mich auch um den Haushalt kümmere, oder was sonst so anfällt. Gegen fünfzehn Uhr geht’s dann auch schon wieder los die Kinder holen, spielen, Abendessen vorbereiten, das übliche eben. Nichts Spektakuläres. Aber ich bin auch oft mit meinem Mann unterwegs, wir leben in einer modernen Patchworkfamilie, geschäftlich kommt er auch ganz viel rum, so dass ich davon ebenfalls profitiere und öfter mal „dem Alltag“ entfliehen kann, wenn Oma mal einspringt und auf die Kleinen aufpasst.

Wie schaffst du es neben der Familie, dem Hund und den Alltäglichen Verpflichtungen noch zu schreiben?
Weil ich es will. Das ist ganz einfach. Der Tag hat vierundzwanzig Stunden, ich brauche ca. 4-5 Stunden pro Tag, um wirklich produktiv zu sein. Außerdem schreibe ich ja nicht zwölf Monate am Stück. Es lässt sich also gut machen, wenn alle gesund sind. Wenn nicht – dann geht die Familie vor. Es ist so einfach. Ich schaue nicht viel fern oder gehe nicht viel feiern, da bleibt genug Zeit für meine Leidenschaft, das Schreiben, übrig.

Woher nimmst du die Kraft ?
Aus der Liebe zu meiner Familie. Mein Mann ist mein größter Fan, er hat mich vom ersten Tag an darin bestärkt mit meinen Romanen an die Öffentlichkeit zu geben. Das gibt mir unheimlich viel Energie.

Wie wichtig ist dir der Kontakt zu den Lesern ?
Der Kontakt ist sehr wichtig, allerdings bin ich erst so kurz „auf dem Markt“, dass ich noch keine große Fanbase habe. Da ist also noch viel Luft nach oben. Aber ich freue mich immer, wenn mir jemand eine Nachricht schickt, oder ich sonstiges Feedback bekomme.

Nimmst du dir Negative Rezensionen sehr zu Herzen ? 
 
Die ersten negativen Rezis haben schon wehgetan. Mittlerweile ist es okay für mich. Nicht jeder mag das, was ich schreibe, Geschmäcker sind verschieden und das ist legitim. Mir gefällt ja auch nicht jedes Buch. Natürlich sind mir fünf-Sterne-Bewertungen lieber, aber auch die schlechten gehören zum Alltag einer Autorin dazu. Von dem her, ein notwendiges Übel. Man muss sich da ein dickes Fell zulegen.

Zeigst du und deinen Arbeitsplatz oder deinen Lieblingsort an dem du schreibst ?
Ich habe letzte Woche erst ein Bild gepostet. Mein Arbeitsplatz ist eher funktionell eingerichtet, nicht so spannend. Ich bin kein Typ, der sich ins Café setzt und dort werkelt. Ich höre Musik und tauche dann in die Welt meiner Protas ein. Am liebsten zuhause. Ideen sammele ich allerdings, wenn ich unterwegs bin. Das ist eine gute Balance für mich.

Hast du Rituale beim Schreiben ?
Musik, Tee, ansonsten lege ich i.d.R. los, sobald ich mit der Planung meines Romans fertig bin. Mehr Rituale brauche ich nicht. Die Stimmung zum Schreiben kommt dann von ganz alleine. 
 
Hast du ein Lieblings Buch oder Autor ?
Eigentlich nicht. Ich lese gerne querbeet, am Meisten allerdings doch Liebesromane. Inspirierend finde ich allerdings schon Musterkarrieren wie die von J.K.Rowling, E.L. James, Nora Roberts oder anderen Autoren, die es bis an die Spitze in vielen Ländern geschafft haben. Besonders Mut macht mir z.B. J.K. Rowling, die mit ihren Manuskripten bei 33 Verlagen abgelehnt wurde, bevor jemand sich getraut hat: Und nun schaut man mal, sie ist die meistverdienende Schriftstellerin weltweilt. 
 
Wenn du die Hauptrolle in einem Buch spielen könnest ! Wer wärst du da ?
Ui, das ist eine spannende Frage. Ich hasse es im Mittelpunkt zu stehen, gar nicht mein Ding. Auch wenn ich es im realen Leben absolut nicht bin, würde ich lieber eine Rolle spielen wie Katniss Everdeen. Ich mag starke Frauen, die wissen was sie wollen.

Sehen wir dich dieses Jahr in Frankfurt ?
Auf jeden Fall. 
 
Hast du dieses Jahr noch Termine für Lesungen oder Signierstunden geplant ?
Im April kommt mein neuer Roman, der dritte Teil der Shanghai Love Affairs, der zum Teil in Lüneburg spielen wird, in den Handel. Ich bin im Gespräch mit einer ortsansässigen Buchhandlung, ob wir da was planen. Aber konkret habe ich sonst noch nichts weiter vor. Obwohl ich schon so viele Bücher verkauft habe, bin ich immer noch in den Babyschuhen, was das Selbstmarketing angeht. Ich bin ein wenig der introvertierte Typ, da muss ich noch an mir arbeiten …

Was sind deine Ziele und wünsche für 2016/17
Das Wichtigste ist, dass die Familie gesund ist. Alles andere ist ein Bonus on top, den ich gerne mitnehme und auch nicht als selbstverständlich ansehe, aber mein persönliches Glück hängt nicht vom Erfolg meiner Bücher ab. Ich schreibe, weil es mir unheimlich viel Spaß macht. Sehr viel mehr wünsche ich mir gar nicht, ich bin mit sowas anscheinend nicht so kreativ, wie damit mir Geschichten auszudenken.

Kommentare:

  1. Hallo,
    Sehr interessantes und tolles Interview. Ich habe alle Bücher von Karin Lindberg gelesen bis auf Act of Law den ich mir aber eben gekauft habe 😊.
    Mir gefällt ihr Schreibstiel sehr gut und die Geschichten habe ich verschlungen.
    Liebe Grüße
    Stefanie

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  2. Hallo,
    Sehr interessantes und tolles Interview. Ich habe alle Bücher von Karin Lindberg gelesen bis auf Act of Law den ich mir aber eben gekauft habe 😊.
    Mir gefällt ihr Schreibstiel sehr gut und die Geschichten habe ich verschlungen.
    Liebe Grüße
    Stefanie

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